Crossmedia & Reportage
Endstation: Mexiko?
9000 Menschen erreichen Mexiko Stadt. Ihr Ziel: die USA. Auf der Tartanbahn, wo sonst Leichtathleten trainieren, sammelt sich eine Menschentraube. Ein Mann in der Mitte begrüßt die Ankommenden.
Einer von ihnen ist Alexander Gonzales Herrarte. Er will zu seiner Mutter in die USA.
In Mexiko bleiben oder weiter? Die Gruppe ist müde und geteilt. Viele beantragen Asyl in Mexiko.
Alexander Gonzales Herrarte aber hält nichts auf. Er flieht vor struktureller Armut und Gewalt in Guatemala.
Abuela Atitlán ist krank
Die Bewohner von San Pedro la Laguna sorgen sich. Sie nennen den Atiltán See auch Abuela Atitlán (Spanisch: Großmutter See). Sie wissen: sie ist krank.
Plastikmüll, Pestizide und Abwässer verschmutzen den See in Guatemala. Seit 2009 wird die Kontamination durch Algen sichtbar.
2016 verbietet die Gemeinde Plastiktüten. Fisch wird in Bananenblättern eingewickelt.
Der See ist heilig, sagt der 95-jährige Don Feliciano. Eine Einheit, die man beschützen und respektieren muss.
Geteiltes Leid
An der Grenze zu Syrien entstehen in Libanon Unterkünfte für Geflüchtete.
Die achtzehnjährige Riham abo Staiti flüchtet 2015 von Syrien nach Libanon.
Sie lebt in Nahr al Bared. In einem von libanesischem Militär bewachten Camp. Vom Recht auf Arbeit ist sie ausgeschlossen. Zugang zum libanesischen Gesundheits- und Bildungssystem hat sie auch nicht.
Ihre Mutter Fteim hatte Morddrohungen erhalten. Weil die Lehrerin sich geweigert hatte, ihre Schule zu schließen. Auch im Libanon wird sie bedroht. Sie flieht alleine nach Deutschland. Weiterlesen auf: https://interaktiv.tagesspiegel.de/geteiltes-leid/
Hausbesuche
Drogen, Prostitution, Knast. Heute betreibt Jo einen Waschsalon mit Kneipe in Ansbach.
Rosemarie Straub ist die letzte Milchbäuerin in Döggingen im Schwarzwald und von Veganern hält sie nicht viel.
Joseph Hammel war Landwirt und Hausmeister. Von seinen Pferden schaut er sich ab „im Flow zu sein“.
Marlene Schnoor ist um die Welt gereist. Jetzt spürt sie eine Körper-Geist Diskrepanz. Zu Besuch bei einer, die trotzdem noch von der letzten Reise träumt.
Aminu Tanko ist Gabelstaplerfahrer, Tanzlehrer und ghanesischer Königssohn. Sein Sohn, Schauspieler bei König der Löwen, soll Bundeskanzler von Deutschland werden.
Ponchai Lüders zog mit mitte Vierzig wieder zu Mutter und Tante. Sie sagen: „Auch wenn er seine Arschhaare lila färben wollte, egal was, er hat uns immer alles anvertraut.“
50 mm
K., 2017
Vater, 2013
L., 2016
J., 2017
H., 2015
Schwester, 2017
K., 2014
Video
(Foto: Remington Wilcox)

Der Atitlán See ist Mittelamerikas wichtigstes Frischwasserreservoir, touristische Attraktion und für die Indigenen Bewohner heilig. Die Maya nennen den Atitlán See Großmutter. Und sie wissen: Großmutter ist krank. Wer kann sie heilen? Die Interessen führen zu Streit. Eine Kurzdokumentation über Ressourcenkonflikte in Guatemala.

24 min
Spanisch mit Untertitel (Englisch, Kaqkchikel, Tzutijil)
Produktion: Felie M. Zernack & Ann Esswein

aktuelle Publikationen

Video-Screenings:

Teatro Lúcido: Mexico City (04.04.2019)

Universidad Nacionál Autónoma: Mexico City (06.04.2019)

Taller d‘Luis: Berlin (17.05.2019)

INCA Imperial International Filmfestival Lima, Peru (16.05.2019)

FECIBogotá – International Independent Film Fair of Bogotá, Columbien (12.06.2019)

Profil

Felie Moucir Zernack arbeitet als freier Multimediajournalist in Berlin und auf der ganzen Welt. Sein Bachelor- und Masterstudium der Geographie und Urbanistik führten ihn nach Freiburg, Berlin und Mexiko Stadt. Er arbeitet für Print- und Onlinemedien. Seine Fotoarbeiten und Videos erschienen unter anderem auf Spiegel Online, FAZ.NET und im Tagesspiegel.

Felie Moucir Zernack

f.zernack(at)gmail.com

Impressum

(Bild: Ann Esswein)